Psychologie der Farben

Werbung bedeutet immer, werben um jemanden - nämlich um Kundschaft. Werbung sollte daher immer so gestaltet werden, dass der potenzielle Kunde sich angesprochen fühlt. Das ist sehr schwierig, da jeder Kunde sich - unabhängig vom Produkt - auf andere Weise angesprochen fühlt. Die Farbgestaltung spielt dabei eine wichtige aber nicht die wichtigste Rolle. Es ist bekannt, dass Farben die Menschen beeinflussen. Allerdings ist es sehr schwer zu sagen, welche Farben auf alle Menschen in welcher Weise wirken. Die folgenden Aussagen sind daher nicht auf jeden Menschen und damit auch Kunden anwendbar. Die Werbenden nutzen dennoch Erkenntnisse auch Befragungen von Kunden. Dabei wurde im Allgemeinen folgendes festgestellt:

Farben beherrschen unser Leben! Der Mensch sieht farbig und findet Buntes meistens schöner als Graues. Das Problem besteht aber darin, dass Farben teuer sind.

 

Farben sind teuer

 

Jede zusätzliche Farbe (neben schwarz) muss beim Drucken extra bezahlt werden. Das ist in etwa mit einem Farbtintenstrahl-Drucker zu vergleichen. Auch hier müssen die einzelnen Farben zum Nachfüllen gekauft werden. Würde nur schwarz und rot gebraucht werden, wie bei der Sparkasse, könnte bei jedem Drucker gelb und blau eingespart werden. So sollte bei der Gestaltung von Werbemitteln darauf Bedacht genommen werden, mit möglichst wenig Farben auszukommen.

Bsp.: Eine Konzertagentur wollte ein neues Logo entwerfen lassen. Der beauftragte Grafiker machte einen Entwurf auf dem drei Dreiecke abgebildet waren, die einen bunten Stern ergaben. Der Chef der Konzertagentur ließ den Entwurf kopieren und an seine Mitarbeiter verteilen. Sofort fiel ihm auf, dass eine Schwarz-Weiß-Kopie bei diesem Logo überhaupt nicht wirkt. Da dem Chef die Druckkosten zu hoch sind, hat er sich für einen orangen Stern entschieden. Warum eigentlich Orange? Siehe dazu auch auf die Übersicht: Wirkungsweise von Farben!

Die Farbpsychologie sollte grundsätzlich nicht überbewertet werden. Der Erfolg von Werbung ist nicht von den Farben abhängig. Ein Logo in Gelb wäre auf Grund der schlechten Erkennbarkeit von Gelb auf Weiß aus rein technischer Sicht abzulehnen. So sind also beim Einsatz von Farben Grundregeln zu beachten, die die allgemeine Bedeutung von Farben berücksichtigen.

 

Wiedererkennungseffekt

 

Farben dienen oft der Wiedererkennung: Milka (Lila), Telekom (Magenta), Sparkasse (Rot), …

Die Farbe ist eine Hilfe, sich an die Werbung zu erinnern. An eine farbige Werbung können sich Testpersonen leichter erinnern als an ein Schwarz-Weiß-Werbeplakat!

è der potentielle Kunde soll durch Farben psychologisch beeinflusst werden
- doch nicht alle Kunden reagieren auf dieselbe Weise darauf!

Darum gibt es ja auch Lieblingsfarben und Farben, die manche nicht mögen!

 

Tipps:

v     Vermeide es, die gleichen Farben von Mitbewerbern zu verwenden. Wir wollen schließlich anders als die anderen sein.

v     Wir müssen mit unserer Farbe lange Zeit zufrieden sein. Farben, die heute „hip“ sind, können nächstes Jahr schon wieder „out“ sein.

v     Teste wie die Farbe z. B. des Logos auf verschieden Materialien und mit anderen Farben wirkt. Stoffe und Papier sind verschiedene Materialien, auf denen die Farben unterschiedlich wirken können.

v     Spezielle, vom PC gemixte, Farben sind beim Drucken teuer und schwer nachzuahmen und daher zu vermeiden.

 


 

Wirkungsweise von Farben

 

Farbe und deren mögliche Bedeutung

Verwendet bei Produkten:

Weiß

Reinheit, Unschuld, Leichtigkeit, steril, sauber …

Die Wirkung wird durch ein helles, klares Blau noch verstärkt. Verpackungen wirken durch weißen Hintergrund luftig und leicht. Weiße Schrift auf dunklem Grund ist schwerer lesbar als umgekehrt. Viel weißer Raum in Anzeigen lässt das Produkt teuer und eleganter wirken.

Waschmittel, Hygieneartikel,...

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Schwarz

Trauer, satanisch, elegant, drückend, edel, Nacht, Richter, Priester, feierlich, geheimnisvoll …

Schwarz lässt bunte Farben neben sich leuchten. Schwarze Verpackung wirkt elegant und edel. Tests ergaben, dass dunkle Verpackungen massiver, schwerer und wertvoller wirken.

Parfüm, Schmuck, ...

 

 

 

Gelb

Sonne, Strom, strahlend, wärmend, wohlig, sanft, Optimismus, Jugendlichkeit, reizend…

Wird teilweise mit Gold gleichgesetzt, daher auch elegant und exklusiv. Wird auch als Warnfarbe eingesetzt. In Logos wird es in Kombination mit Rot, Blau, Schwarz eingesetzt.

Strom, Käse, Sinalco, Fanta, …

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Lila (violet)

Veilchen, Homosexualität, Kardinalsfarbe, außergewöhnlich …

 

Milka, Klospray, …

 

 

 

Rot

Erotik, Liebe, heiß, Feuer, aggressiv, Solidarität...

Zu 90 % die Lieblingsfarbe. Ist anregend und bewirkt die stärksten Reaktionen bei Testpersonen. Wird auch als Signalfarbe verwendet.

Coca-Cola, Sparkasse, …

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Grün

Leben, Vitalität, Hoffnung, Geborgenheit, Ruhe, Natur, Öko, Irland, heilend, Pflanzen, Gras, Ruhe, ...

Wird für Umweltschutz verwendet. Wirkt appetitanregend (z. B. für Gaststätten).

Öko-Produkte, ...

 

 

 

Blau

Himmel, Wasser, Adel, kalt (Eis), Jungen (hellblau) ...

Zweithäufigste Lieblingsfarbe. Weibliche Farbe. Symbolisiert Himmel, Ferne, Sehnsucht nach Ruhe und Entspannung. Kühle Farbe. In einem blauen Zimmer empfindet eine Testperson eine bestimmte Temperatur subjektiv um einige Grad kühler. Blau zeigt in Verkehrszeichen freie Fahrt an - also keine Gefahr.

Weihen-stephan, Nivea, ...

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Orange

Entdeckungsfreude, Vitalität, Erregung, Positivität, Lebendigkeit. Helles Orange: Fröhlichkeit, Mut, Tatendrang, Kreativität, Reife, Wärme ...

Farbe der 60er und 70er Jahre und kommt wieder in Mode. Toll für Aktionsangebote da die Farbe billig wirkt (Norma). Gegenbeispiel: Nobelfeinkosthaus Meinl hat die bisherigen grünen Papiertüten gegen orangefarbene ersetzt (auch als Zeichen der Erneuerung). Toller Werbeeffekt - allerorten sind die neuen auffälligen Tüten zu sehen.

Fanta, Shampoo, ...

 

 

 


Was gilt für Werbeplakate?

 

Werbeplakate müssen auffallen - Aufmerksamkeit erreichen!

Werbeplakate haben einen Grund: auffallen und werben. Entweder werben Plakate für ein Produkt oder für ein Unternehmen (Produkt-/Firmenwerbung).

Was ist zu beachten?

 

Groß, bunt und effizient

Das soll bedeuten, dass das Plakat auf große Entfernung wirken soll und nicht wenn man davor steht. Viel eher soll man während dem Autofahren oder beim Busfahren das Plakat bemerken.

Wie viel Information muss wie groß und wo am Plakat platziert werden, damit Werbeerfolg garantiert ist? Dabei soll gelten, dass weniger mehr ist. Das Plakat sollte nicht zu viele Elemente enthalten.

Zu vieles zu klein präsentiert ist der Tod jedes Plakats

 

Mache es plakativ!

Ein Plakat muss in wenigen Augenblicken „funktionieren“. Das Plakat muss also Elemente enthalten, die sehr schnell erfassbar sind. Der Mensch erfasst aber nur das was er erkennen kann. Wer schaut schon auf ein Plakat, in dem man etwas suchen muss.

Eine Headline sollte nicht mehr als sieben Wörter enthalten. Dann wird sie auch gelesen!

Es muss einen Blickfang geben.

 

Je größer das Plakat, desto weniger Text

Der Betrachter ist zu weit entfernt und hat zu wenig Zeit einen langen Text zu lesen. Große in dicken Buchstaben geschriebene Headlines sind richtig.

 

Je kleiner das Plakat, desto mehr Text - ein Plakat ist keine Anzeige

Dennoch gilt, weniger ist mehr. Beschränke dich auf die Hauptaussage.

Ein Plakat wirkt durch seine Bild- oder Grafikidee. Weniger ist mehr - setze wenige und vor allem leicht erkennbare Gestaltungselemente ein (Bild, Grafik, Headline, Logo, Adresse, Text (wenig - nur Hauptaussage) oder bestimmte Daten).

 

Weniger Plakate kosten weniger

Daher sollten die Plakate an den „richtigen“ Plätzen platziert werden. Also Augen auf überlegen wo das Plakat die richtigen Kunden anspricht.

 

Wo können Plakate angeklebt werden?

v     Plakatwände oder Litfasssäulen

v     Straßenbahn-, Bus-, U-Bahn-Stationen

v     Telefonhäuschen

v     Bahnhöfe

v     City-Light (leuchtende Plakate an besonders ausgesuchten Stellen - allerdings sehr teuer und in bestimmten größeren Städten nur ab 50 Stück möglich)

v     Kulturanschlag (speziell für Ankündigungen von Kultur-Events)

In jeder größeren Stadt gibt es Büro von Plakatierungsunternehmen. Dort können die Preise erfragt und auf Wunsch Platzierungslisten mit den Adressen der Plakatstellen zugesandt werden.

 


 

Plakate kostenlos?!

Werden Markenartikel verkauft, dann kann man beim Lieferanten/ Hersteller nachfragen, ob dieser sich an den Plakatkosten oder der ganzen Plakatkampagne beteiligt. Dafür dass das Produkt des Herstellers auf dem Plakat ist, kann er dieser im Gegenzug zumindest einen Teil der Druck- und Plakatierungskosten übernehmen. Hersteller und Großhändler haben manchmal sogar schon gedrucktes Werbematerial (inklusive Plakate), auf das dann nur noch die eigene Adresse, das Logo und weitere Informationen aufgedruckt werden müssen. Wenn dieses Werbematerial zur Verfügung gestellt wird senkt das die Druckkosten!

 

Aus dem Plakat ein Poster machen

Palmers hatte teilweise so „tolle“ Werbeplakate, dass sich so mancher „potenzielle“ Käufer sogleich ein Poster gekauft und Zuhause aufgehängt hat. Wenn also ein Plakat erfolgreich ist sollte man sich überlegen, ob Poster nicht auch gut für das Geschäft sind und das Logo bzw. die Firma noch bekannter machen.

 

Es muss nicht immer ein Topmodel sein

Es genügen oft auch ganz einfache (oder auch lustige) grafische Ideen, um ein Plakat attraktiv zu gestalten. So attraktiv, dass es auch als Werbegeschenk verschenkt werden kann.

Babys, Tiere, Clip-Arts können oft schon als Motiv genügen. Sehr einfach ist auch die Abbildung von den angebotenen Produkten.

 

 

 

Kleinplakat è

(DIN A4) für das schwarze Brett z. B. in Eingangsbereichen von Miethäusern usw.

 
Plakatbeispiele: